Sa 07.03.

10.00–16.15h Musikwissenschaftliches Institut der Universität Zürich, Seminarraum, Florhofgasse 11
Freier Eintritt

Tagung
Grand tours und souvenirs

Musik in den Reiseberichten der Frühen Neuzeit

Leitung: PD Dr. Esma Cerkovnik


10.00h Begrüssung und Einführung:
Esma Cerkovnik

10.15h Reisen schreiben:
Frühneuzeitliche Reisetagebücher von Frauen und Männern
Axel E. Walter

11.00h Mit allen Sinnen:
Die Kontinentalreise in Thomas Coryats Crudities (1611)
Barbara Korte

11.45h accumulating the most authentic memorials of the times that are past; and […] do justice to the talents and attainments of the present musicians: 
Charles Burneys Reisen, ihre literarische Präsentation und die Musikgeschichte im Zeitalter der Aufklärung
Cord-Friedrich Berghahn

12.30h Mittagspause

13.00h Zwischen Divertissement und Repräsentation:
Die Konzerterlebnisse in den höfischen Reiseberichten (am Beispiel des Giro d’Italia des bayerischen Kurprinzen Karl Albrecht 1715/16)
Jörn Steigerwald

13.45h Hamburg – London – Venedig – Paris: Die Opernerfahrungen der Gebrüder Uffenbach
Berthold Over

14.30h Kaffeepause

14.45h Die Eigenart der Leute […] erkennen:
Musik bei der «Moscowitischen und Persischen Reise» der holsteinischen Gesandtschaft 1633–1639
Joachim Kremer

15.30h Der Bagaglio culturale oder:
Musikalische Reisesouvenirs von Grand Tours durch das frühneuzeitliche Italien
Andrea Zedler


Unter dem Motto Passaggio bietet das diesjährige Festival Alte Musik Zürich den Anlass, sich mit den literarischen Gattungen der Reisetagebücher und -berichte in der Frühen Neuzeit zu beschäftigen und vor allem die prominente Rolle der Musik in dieser Art der Literatur besonders herauszuarbeiten. Dabei geht es um die Reisebeschreibungen, die während verschiedener Kavalierreisen und anderer Reiseunternehmungen im 17. und 18. Jahrhundert verfasst wurden und in denen die erlebte Musik als ein wesentlicher Bestandteil beschrieben wird. So schrieb etwa Francis Mortoft 1659 in seinem Tagebuch über die Musik Giacomo Carissimis und konstatierte, dass sie nirgendwo zu erleben sei unlesse in heaven and in Rome. Damit reflektiert er nicht nur das Gehörte, sondern auch seine eigene Vorstellung von Musik und musikalische Prägung.
Was hörten die Reisenden auf ihren Reisen? Wie haben sie die Musik an anderen Orten und im «Passaggio» erlebt? Welchen Eindruck hat die Musik bei ihnen hinterlassen? Wie haben sie über diese sinnlichen Erlebnisse geschrieben? All diesen Fragen geht die wissenschaftliche Tagung nach, die nicht nur die erlebte Musik in den Blick nimmt und über die erlebten Musikpraxen reflektiert, sondern diese auch im Rahmen der Reiseliteratur erfasst und kontextualisiert. Dabei werden frühneuzeitliche Reisetagebücher und -berichte aus musik- und literaturwissenschaftlichen Perspektiven beleuchtet.